Wandern im Nordschwarzwald

Wandern war für mich als Kind ganz selbstverständlich. Gefühlt verbrachte ich die meisten Sonntage meiner Kindheit auf der Schwäbischen Alb, mit den Freunden meiner Eltern und deren Kindern wurde gewandert und gegrillt.. Bis wir Kinder uns in der Pubertät verweigerten.
Freundschaften in Familien waren etwas gewachsenes und hatten Bestand. Unsere Eltern zogen auch nicht permanent um oder planten ihre Leben permanent neu, auch gehörten sie meist einer Generation an und wir Kinder waren plus-minus 4 Jahre auseinander.
Heute erscheint mir das alles viel komplizierter. Freundschaften werden durch Umzüge auf lange Vorausplanungen getrimmt, wenn man etwas gemeinsam unternehmen will. Familiengründungen finden zu ganz unteschiedlichen Zeitpunkten statt und so ist es gar nicht mehr so einfach als Familie mit anderen Familien wandern zu gehen, wie ich es doch als Kind ganz selbstverständlich erlebt habe.
Letztes Wochenende waren wir mit  einer Kinderwandergruppen des Deutschen Alpenvereins im Monbachtal unterwegs (ca. 20 Minuten von Pforzheim entfernt). Ca. 20 Familien mit 1-2 Kindern wanderten gemeinsam durch das Monbachttal zu Burg Liebenzell. Hier wurde übernachtet und am nächsten Tag, ging es weiter nach Schömberg. Das Monbachtal ist für Kinder absolut top, schon am Eingang des Tales gibt es ein prima Spielplatz,.Der Hit ist aber das Tal selbst. Der Monbach schlängelt sich durch den Wald hinunter ins Tal, man muss über Steine gehen, um den Fluß zu queren,  kann immer wieder an offenen Stellen im Flüsschen spielen oder an zwei Stellen im Tal grillen oder bequem Picknick machen.
Für das kleine g war es prima,  wandern mit anderen Kinder ist einfach spannender. Kinder können dann plötzlich viel weiter laufen, sie trödeln, sammeln Stöcke und sind ganz selbständig untewegs. Auch ich fand es schön, aber ich war wehmütig über die scheinbar so selbstverständlichen Freundschaften meiner Eltern, über einen Freundeskreis, der so vieles ganz einfach gemacht hat. Wir müssen uns auch in der Freizeit immer wieder auf Neues und neue Menschen einlassen, merken dann selbst unsere Ecken (wahrscheinlich finden mich manche auch seltsam oder langweilig  oder spiesig oder alt oder was weiiß ich). Das kleine g fands jedenfalls gut und wir schauen mal, wann wieder so ein prima Wanderziel geplant ist, dann gehen wir wahrscheinlich wieder mit und sind vielleicht nicht mehr ganz so fremd.

stadtlandjob

Zwei Wohnsitze, ein großes G und ein kleines g/Tochterkind, ein Job. Mein Leben ist nicht immer sehr entspannend. Dazwischen versuche ich noch zu backen (das Kochen habe ich an den männlichen Teil der Elternschaft abgetreten), zu joggen und ein paar andere wichtige und unwichtige Dinge zu erledigen und dabei Spaß zu haben..

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