Das erste Zeugnis



Das erste Zeugnis. Für mich war es etwas Besonderes und meine Lehrerin war es auch. Frau Cerny, streng, erfahren mit raspelkurzen Haaren und mit Hang zu Entscheidungen. 38 Kinder, davon eines mit Querschnittlähmungen, ein Kind mit Entwicklungsverzögerung. Das Wort Inklusion gabs noch nicht. Heute ist mir klar, was sie alles geleistet hat. Ihr Mittagsunterricht in der ersten Klasse (!) war das Beste, was einem Kind aus einer bildungsfernen Schicht passieren können.  Ohne sie hätte ich nicht das Kleine Gespenst kennengelernt, Jim Knopf oder die Kleine Hexe. Mittagsschule, nie habe ich sie sinnvoller verbracht, wie in der ersten Klasse. Eintauchen in Geschichten.
Den Satz (eigentlich sind es ja zwei), den sie mir in mein erstes Zeugnis schrieb, kann ich heute noch auswendig und sie hat mich getroffen, mit einem Satz.
Warum mir das gerade alles wieder einfällt. Auch das kleine g hat ihr erstes Zeugnis bekommen, ganz viele Sätze, perfekt getippt. Die Lehrer heute sind so fleißig. Merken wird sich das kleine g nichts davon. Ich will hoffen, dass ihre Lehrerin andere Spuren hinterlässt, von denen das kleine g profitiert.

stadtlandjob

Zwei Wohnsitze, ein großes G und ein kleines g/Tochterkind, ein Job. Mein Leben ist nicht immer sehr entspannend. Dazwischen versuche ich noch zu backen (das Kochen habe ich an den männlichen Teil der Elternschaft abgetreten), zu joggen und ein paar andere wichtige und unwichtige Dinge zu erledigen und dabei Spaß zu haben..

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