Ich werde überholt - gemein

Überholt

Ich werde überholt, seit diesem Jahr. Immer und immer wieder.
Ich radle den Berg hinauf, außer Atem aber eisern und werde überholt, täglich auf dem Weg zur Arbeit. Nein, keine E-Bikes. Sie sind jünger, sie sind fitter, sie sind vieles was ich nie war, aber sie sind immer jünger. GEMEIN.
Ich werde überholt. Sie bekommen die interssanten Aufgaben im Job, werden hofiert, wissen Dinge, die ich nie im Studium gelernt habe, werden meine Chefs. GEMEIN.
Ich lerne wieder, meine Lehrer sind 20 jünger als ich, meine Mitstudenten meist auch. Sie lernen schneller als ich, ich werde überholt.
Gemein - ich werde älter. Wirklich!  Das sollte mich doch nicht erschrecken seit fast 50 Jahren habe ich doch Übung im Älterwerden. Ich wusste es nur nicht. Ich übe jetzt einfach weiter und versuche tapfer zu sein, weil ganz ehrlich, überholt werden finde ich gerade ziemlich blöd.
Ist das mit dem überholt werden wirklich so schlimm oder muss ich mich nur an die neue Perspektive gewöhnen.
Hallo, ich fahre immer noch mit dem Rad zu Arbeit, das ist im hügeligen Stuttgart schon mal nicht schlecht und ich mach kein Wettrennen, also ist das mit der Geschwindigkeit nicht wichtig.
Ich habe einen Job, der mich aushält und merke seit einigen Jahren, dass ich ihn nicht mehr so wichtig nehme, ich identifziere mich nicht mehr nur über ihn. Ich bin deutlich mehr als nur meine Arbeit. Und ich gönne mir den Luxus der Teilzeit. Ich muss gar nicht soviel arbeiten, wie meine jungen dynamischen Kollegen. Das ist supertoll.
Ich lerne - ja. aber nur für mich - ohne Ziel, nur aus Neugier. Was für eine Freiheit. Noten und Tempo sind egal, was für ein Privileg.
Ich werde überholt, aber auch beim langsam sein kann man ja jede Menge erleben und genießen. Vielleicht muss ich gar nicht so tapfer sein, sondern nur den Perspektivwechsel akzeptieren.

Eine interessante Blogparade hat Frau Quadratmeter ausgerufen






stadtlandjob

Zwei Wohnsitze, ein großes G und ein kleines g/Tochterkind, ein Job. Mein Leben ist nicht immer sehr entspannend. Dazwischen versuche ich noch zu backen (das Kochen habe ich an den männlichen Teil der Elternschaft abgetreten), zu joggen und ein paar andere wichtige und unwichtige Dinge zu erledigen und dabei Spaß zu haben..

Kommentare :

  1. Think positive: Nimm´s gelassen und genieße die Privilegien ...
    Und übrigens: das Bild würd ich sehr gern für meine nächste radelbunte Sammlung verwenden - mit Verlinkung hierher natürlich. Darf ich???
    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. Hallo Christiane,

    mach ich und klar, darfst du das Bild verwenden

    Gruß
    Heike

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  3. du kennst doch sicher das Sprichwort..
    die Letzten werden die Ersten sein ;) ??
    Ich denke auch es ist eine Frage der Perspektive..
    vielleicht hast DU sie ja alle schon überholt..
    Du musst nichts mehr beweisen..
    und wie du so schön geschrieben hast.. du MUSSt nicht mehr den ganzen Tag arbeiten..dur musst nich hetzen..du lernst aus Spaß an der Freude..
    vielleicht beneiden ja die Anderen DICH ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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